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WIEVIEL BAUHAUS STECKT IM BAUHAUS?

Dass Hannes Meyer an der Planung des Baus der Bundesschule des ADGB nicht nur seinen vormaligen Büropartner, den Schweizer Architekten Hans Wittwer, sondern gleich die ganze Bauabteilung des Bauhauses Tage und Nächte lang einspannte, ist kein Geheimnis. Doch wieviel Bauhausdesign steckt eigentlich im Bauwerk? Dieser Frage geht die Bauhausforscherin Dr. Anja Guttenberger in ihren Kurzbeiträgen unter dem Motto „vom Bau zum Bett“ nach.

300 Meter „Silberstoff“ für die Aula

Um dem unerwünschten Schalleffekt in der Aula der Bundesschule in Bernau entgegenzuwirken und das Licht im gesamten Raum optimal zu verteilen, brauchte es ein Material, das beide Anforderungen erfüllen konnte. Da es 1929 ein solches Material noch nicht gab, beauftragte das Bauhaus kurzerhand eine seiner besten Weberinnen damit, in ihrer Diplomarbeit einen entsprechenden Stoff für die Aula der Bundesschule zu entwickeln. Der „Silberstoff“ sollte Anni Albers‘ Fahrkarte in die USA ans neugegründete Black Mountain College werden, als sie 1933 als Jüdin nicht länger sicher war in Deutschland.

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GENIAL FUNKTIONAL — VARIANTEN EINES SCHREIBTISCHES

Mit ihrer Vorbildung zur Tischlerin am Bauhaus verstand es Wera Meyer-Waldeck sich von den Bedürfnissen der späteren Benutzer über das Material hin zum ästhetisch-funktionalen Endprodukt heranzutasten. Die Linien der Formen mussten klar sein, das Material nicht zu teuer, aber beständig und haptisch angenehm, ein bequemes Nutzkomfort wurde als unbedingte Notwendigkeit angesehen. Im Schreibtisch für die Internatszimmer der Bundesschule verwirklichen sich diese Anforderungen quasi formvollendet. Er entstand in mehreren Varianten, die in der Bundesschule an unterschiedlichen Orten zu Einsatz kamen.

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