Bedeutung des Bauwerks

Die von Hannes Meyer und Hans Wittwer konzipierte und im Mai 1930 fertig gestellte Bundesschule des ADGB in Bernau bei Berlin ist ein Werk des berühmten Bauhauses in Dessau. Das Bauhaus wird weltweit als die bedeutendste Kunstschule des 20. Jahrhunderts geschätzt. Ihre Initialwirkung für eine neue Sicht auf  künstlerische und pädagogische Prozesse in Kunst, Architektur und Design reicht bis zur Gegenwart.

Unter Meyer, der in der Planungszeit die Position des Direktors des Bauhauses in  Dessau inne hatte, wurde das Bauwerk der Bundesschule in Bernau ausgeführt.  Hans Wittwer, seit März 1928 als Meister der Bauabteilung und Leiter des  Baubüros am Bauhaus tätig, war bis Anfang 1929 maßgeblich daran beteiligt. Auch  die Mitarbeit der Studierenden der Baulehre und die Einbeziehung mehrerer  Werkstätten in den Bauprozess belegen die enge Bindung an die Bauhausarbeit.  Die Bundesschule ist nach dem Bauhaus-Gebäude in Dessau von 1925/26 (Architekt Walter Gropius) das zweite Schulgebäude aus dem Wirkungsfeld des Bauhauses. Sie wirkt bis heute als ein Beispiel für eine gegliederte bauliche Anlage, die frei und einfühlsam in den naturbelassenen Landschaftsraum komponiert wurde.

Der Gebäudekomplex, der einschließlich der Ergänzungsbauten aus den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts seit 1977 auf der Denkmalliste eingetragen ist, geniesst besonderen staatlichen Denkmalschutz. Seine Wertschätzung ist national und international stark gestiegen. Im Jahr 2012 reichten die Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen den Vorschlag zur Aufnahme der ADGB-Bundesschule Bernau und der Laubenganghäuser Dessau-Törten in die UNESCO-Welterbeliste ein. Die bereits eingetragenen Bauhausstätten Dessau und Weimar sollen somit ergänzt werden.

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